Austausch mit den Niederländern 

von Pia Bookmeyer und Leon Neumann

Vom 17.03.26 bis zum 19.03.26 waren die Niederländer von der Schule „Firda“ bei uns zu Besuch im alljährlichen Austausch der neuesten HEP-Klasse, Schüler:innen der FSP und einer ausgewählten Klasse der Schule „Firda“. Zuerst waren wir sehr aufgeregt und überfordert mit der Planung der drei Tage. Fragen wie: „Was für Aktivitäten kann man mit ihnen machen?“ oder „Werden wir richtig miteinander kommunizieren können?“ haben tagelang unsere Köpfe geprägt und zum Rauchen gebracht. Aber als diese dann am Dienstag erschienen, waren viele Sorgen sofort weg. Es klickte zwischen den eingeteilten Gruppen von Niederländern und Deutschen sofort. Wir sind alle gut ins Gespräch gekommen und haben direkt viele Themen gefunden, an denen viele interessiert waren – private als auch schulische Themen.  

Am ersten Tag haben wir gruppenweise Einrichtungen unserer Ausbildung in der Vareler Umgebung besucht.. Eine Gruppe ging in einen Kindergarten, eine weitere zu einer Werkstatt für Menschen mit Unterstützungsbedarf usw. Dort wurden direkt die ersten Unterschiede klar: Einige der niederländischen Schüler arbeiten gar nicht mit Menschen zusammen, die auf Unterstützung angewiesen sind, sondern arbeiten zum Beispiel in Regelschulen oder Regelkindergärten. Auch wenn die Kommunikation in den Einrichtungen ein bisschen holprig war, wurden doch einige Fragen, die aufkamen, so gut es ging geklärt.  

Am zweiten Tag haben wir die Niederländer dann in Oldenburg in Empfang genommen, um ihnen dort die Stadt zu zeigen, einen Online-Kurs der Gedenkstätte Wehnen abzuschließen und anschließend an einem Vortrag dieser teilzunehmen. Auch wenn dieser sehr informationsreich war und sehr deutlich machte, wie schlimm die damalige Zeit war, haben sprachliche Herausforderungen das Nachvollziehen des englischen Vortrages erschwert. In einer anschließenden Freizeitphase konnten wir in Kleingruppen die Stadt weitererkunden und haben uns danach zu einer richtigen Stadttour, aber auf besondere Weise – nämlich die Nachtwächter-Stadttour – wieder getroffen. Dort wurden wir wieder aufgeteilt, da ein Nachtwächter diese auf Deutsch machte und die Nachtwächterin dies auf Englisch für die Niederländer übernahm. Den Tag haben wir bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen.  

Am letzten Tag waren wir alle gemeinsam boßeln, wobei wir uns noch einmal alle etwas besser und privater kennengelernt haben, da im Rahmen des Spiels lockerer und spaßiger miteinander geredet wurde. Nach dem Boßeln gab es noch eine kleine Stärkung durch Suppe in unserer Schule. Mit einer Präsentation zur Evaluation ging es schon zum Abschied über.  

Nach dem ersten Austausch war uns schon einiges klar: Die Niederländer sind viel informeller im Umgang mit ihren Lehrkräften, sind einen höheren technischen Standard an ihren Schulen gewöhnt und sie sind viel kontaktfreudiger gegenüber neuen Personen und scheuen nicht vor Gesprächen zurück, wie es bei uns oft der Fall ist. Aber es wäre ja kein Austausch mit den Niederländern, wenn sie nur uns besuchen würden.  Also durften wir vom 06.05.26 bis zum 08.05.26 die Niederländer besuchen, in der Stadt Leeuwarden. Der erste Tag dort lief ähnlich ab wie bei uns (Nachmacher). Zuerst gab es einige Aktivitäten zum Reinkommen und Interagieren miteinander, wie einige Präsentationen oder Kahoot-Spiele. Danach ging es dann doch schnell ans Eingemachte.  

Sie zeigten uns dort einige Einrichtungen und erzählten uns von ihrem Klientel.  

Tatsächlich ist der technische Standard dort an den Schulen um einiges weiter als hier in Deutschland. Die Schüler:innen bekommen alle Tablets gestellt, es gibt Laptops für alle und jede Klasse besitzt ein eigenes digitales Whiteboard.   

Nachdem wir dann auch herausgefunden haben, dass die Niederländer ein bisschen anders mit historischen Ereignissen umgehen, insbesondere mit dem Zweiten Weltkrieg (indem sie bspw. den Tag der Befreiung feiern und kreativ im Unterricht zu historischen Ereignissen arbeiten), war der Tag nach einer kurzen Reflexion in ihrer Schule („Firda“) doch auch schon vorbei. Am nächsten Tag war es dann Zeit die Stadt kennen zu lernen, dies aber erst nach einer sehr spannenden Debattierrunde  die fast nur auf Niederländisch stattfand. Die Freude, die wir verspürten, als wir nichts verstanden haben, hält noch bis heute an. Danach ging es dann endlich ans Stadterkunden, zumindest nach dem Mittagessen bei Lazy Lemon. Dann war es aber endlich so weit, dass wir uns mit den Niederländern aufmachten und sie uns die Stadt zeigten. Wir waren mit ihnen in einigen Läden, manche haben sogar etwas in den Niederlanden gekauft und allgemein war es eine spaßige Freizeit. Im Anschluss gab es dann aber noch eine „formellere“ Stadttour von einem Boot aus. Diese war eigentlich relativ spannend, wenn auch ein bisschen lang. Der Tag wurde dann mit einem gemeinsamen Abendessen bei Double B abgeschlossen und anschließend hatten wir einfach Freizeit am Abend. Am letzten Tag wurde dann noch ein großes Bild mit Straßenkreide auf dem Schulparkplatz gemalt und darauffolgend wieder Präsentationen zur Evaluation gehalten. Der darauffolgende Abschied brachte uns dann auch zum Ende des Austausches. 

Im Nachhinein kann man wohl sagen, dass es doch schon ein paar kleine, aber signifikante Unterschiede gibt. Während wir in unserer Planung viel strukturierter waren und alles mindestens eine Woche vorher geplant hatten, waren die Niederländer viel spontaner und nicht annähernd so organisiert wie wir. Dafür konnten wir ihnen nichts über Oldenburg sagen oder zeigen, da keiner von uns aus Oldenburg kommt. Im Gegensatz dazu haben wir sehr viel von Leeuwarden gesehen und gezeigt bekommen. Während sich die Niederländer darüber aufregten, dass unsere Schule nicht modern und farbenfroh genug sei, kritisierten wir essenzielle Aspekte ihres Landes – zum Beispiel die Treppenstufen, die allesamt nicht genormt waren. Aber all das beiseite war es ein sehr schönes Erlebnis und ein Austausch, der beiden Seiten sehr viel gezeigt und mitgegeben hat. Wir hoffen, dass die nächste HEP-Klasse ebenfalls so viel Spaß und Freude am Austausch haben wird und nächstes Jahr ein mindestens genauso positiver Artikel verfasst wird. 

Wir bedanken uns bei go2europe für die finanzielle Unterstützung des Projektes!