Theaterprojekt in Ovelgönne: Demokratie erleben und gemeinsam wachsen

(Ein Bericht von Lars Onnen, Timon Brinkmann und Daniel Ludwig)

In Ovelgönne wurde ein besonderes Theaterprojekt realisiert, das weit über die Bühne hinauswirkte. Im Mittelpunkt stand das Thema Demokratie, jedoch nicht nur als theoretischer Inhalt, sondern als gelebte Praxis während des gesamten Projekts. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, demokratische Prozesse aktiv zu erfahren, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Das Projekt fand vom 14. bis zum 17. April 2026 statt und brachte Auszubildende der Heilerziehungspflege der BBS Varel mit Klientinnen und Klienten der Ovelgönner Werkstatt für beeinträchtigte Menschen (WfbM) zusammen. Diese besondere Zusammenarbeit ermöglichte nicht nur kreative Ausdrucksformen, sondern auch intensive Begegnungen auf Augenhöhe. Unterschiedliche Lebensrealitäten trafen aufeinander und bereicherten den gemeinsamen Prozess.

Von Beginn an war spürbar, dass hier nicht nur ein künstlerisches Ziel verfolgt wurde, sondern auch ein persönlicher und gemeinschaftlicher Entwicklungsprozess im Vordergrund stand. Ganz im Sinne des Mottos „Der Weg ist das Ziel“ entwickelten sich die Beteiligten Schritt für Schritt weiter, wuchsen über sich hinaus und entdeckten neue Fähigkeiten und Perspektiven.

Ein besonderer Moment war der Besuch des Bürgermeisters, der sich vor Ort ein Bild von der engagierten Arbeit machte und die Bedeutung solcher Projekte für die Gemeinschaft mit seiner Anwesenheit würdigte.

Angeleitet und begleitet wurden die Teilnehmenden von zwei Theaterpädagoginnen des Blauschimmel-Ateliers – Ute Bommersheim und Theresa Ehmen – aus Oldenburg, die mit viel Einfühlungsvermögen und Fachwissen den kreativen Prozess gestalteten und unterstützten. Finanziell unterstützt wurde das Projekt für die Auszubildenden durch die Barthels-Stiftung, deren Förderung die Umsetzung erst möglich machte sowie vom LAT – Landesverband für Theaterpädagogik.

Neben der inhaltlichen Arbeit prägten vor allem die Begegnungen zwischen den Menschen das Projekt. Es entstand eine offene, wertschätzende Atmosphäre, in der sich alle einbringen konnten und gegenseitiger Respekt im Mittelpunkt stand. Diese besondere Stimmung machte das Theaterprojekt zu einer unvergesslichen Erfahrung für alle Beteiligten.

Den emotionalen Höhepunkt bildete schließlich nicht nur die Aufführung selbst, sondern auch das anschließende gemeinsame Abschlussessen. In dieser besonderen Atmosphäre wurde noch einmal deutlich, wie sehr die Gruppe in den vergangenen Tagen zusammengewachsen war und welche nachhaltigen Eindrücke das Projekt bei allen hinterlassen hat.

Am Ende bleibt nicht nur ein künstlerisches Ergebnis, sondern vor allem die Erinnerung an eine intensive gemeinsame Zeit, in der Demokratie nicht nur Thema war, sondern aktiv gelebt wurde.