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Ins Berufsleben hineinschnuppern
m Rahmen der Einjährigen Berufsfachschule Wirtschaft (ehemals Höhere Handelsschule) absolvierten Schülerinnen und Schüler der BBS Varel ein vierwöchiges Praktikum
„Das ist gar nicht so wie im Fernsehen“, sagt Franziska, als sie von einer Gerichtsverhandlung zurück in die Rechtsanwaltskanzlei kommt. Franziska macht ein vierwöchiges Praktikum als Rechtsanwaltsfachangestellte. Der Rechtsanwalt hatte sie mit zu einer Verhandlung genommen. „Es lief alles unspektakulär ab und vor allem wurde ruhig und sachlich verhandelt. Nichts ähnelt den bekannten Nachmittagssendungen, die vor Gericht spielen“, erzählt die Schülerin.
Doch nicht nur der Besuch des Gerichts gehörten zu Franziskas Aufgaben. Täglich war sie auf der Suche nach Akten, die die Anwälte gerade benötigten. „Das ist gar nicht so einfach. Teilweise liegen die Akten beim Rechtsanwalt auf dem Schreibtisch. Und da muss man aufpassen. Denn hier gilt, ja nicht die Ordnung des Anwalts durcheinander bringen “, sagt sie. „Ich hatte mir gerade diesen Bereich ausgesucht, weil ich mich auch in einer Rechtsanwaltskanzlei um einen Ausbildungsplatz bewerben möchte. Ich wollte ganz einfach wissen, wie die einzelnen Arbeiten sind und den Unterschied zwischen Schule und Berufsleben kennen lernen
Nach vier Wochen ist die 17-jährige nicht nur von ihrer Berufswahl total überzeugt, sondern bewertet ihr Praktikum darüber hinaus positiv: „Meine Erwartungen an mein Praktikum und den Beruf der Rechtsanwalts- und Notarsfachangestellten haben sich absolut erfüllt. Ich wurde wirklich gut betreut und es war nie langweilig.“
Vergleichbare Erfahrungen haben Mitschülerinnen und Mitschüler von ihr gemacht, denn im Rahmen der Einjährigen Berufsfachschule Wirtschaft ist ein vierwöchiges Praktikum, angelehnt an das erste Ausbildungsjahr, zwingend vorgeschrieben. Die Eleven müssen sich ihre Praktika dabei selbst suchen und lassen sich natürlich vom Berufswunsch leiten. Die Palette reicht in der Regel vom klassischen Büroberuf im Handwerk oder in der Industrie, über Arztpraxen, Steuerberatungskanzleien bis hin zur reinen Verwaltung und natürlich zu Tätigkeiten im Handel.
Vivien arbeitete in Wilhelmshaven bei einer großen Kranbaufirma. „Die fast reine „Männerwelt“ hat mir nichts ausgemacht. Ich habe viele unterschiedliche kaufmännische Tätigkeiten kennengelernt und wurde dabei gut betreut. Obwohl ich im Büro tätig war, musste ich mich trotzdem an die Sicherheitsvorschriften im Betrieb halten und durfte nur mit Sicherheitsschuhen über das Gelände gehen.“ Vivien hat viele Erfahrungen gemacht, die sie auch in das weitere Schulleben einbringen möchte.
Die positive Resonanz ist übrigens nicht einseitig. „Wir erhalten sehr viele positive Rückmeldungen aus den Praktikumsbetrieben“, sagt eine betreuende Lehrerin, die während der Praktikumszeit ihre Schülerinnen und Schüler vor Ort in den Betrieben besucht hat. In einigen Fällen haben die Praktikanten sogar einen so überzeugenden Eindruck gemacht, dass ihnen ein Ausbildungsplatz angeboten worden ist.
Vivien hat im Praktikum erste Erfahrungen im Hinblick auf ihren Berufswunsch gesammelt.
Text und Foto: Kerstin Speckmann
12.01.2012 11:35 Alter: 41 Tage
